Jagdgenossenschaften und Jäger in Krommert

für die Verpächter

 
Vorsitzender: Hubert Seggewiss
Schriftführer: Heinz Tewordt
Beisitzer Krommert I:  
Beisitzer Krommert II: Gerd Schluse
Beisitzer Krommert III:  
 

für die Anpächter

Krommert I:

im Krommerter Nord-Osten
(zum größten Teil Renzelhook)

Ansprechpartner:
  • Heiner Nienhaus
  • Rainer Overkämping
  • Josef Teklote

Krommert II:

im Krommerter Süd-Westen
(zum größten Teil Enckhook)
Ansprechpartner:
  • Wolfgang Knipping
  • Simon Nienhaus
  • Stefan Rölfing

Krommert III:

Im Krommerter Süd-Osten
(zum größten Teil Ächterkrommert)
Ansprechpartner:
  • Christoph Nobis
  • Klaus Terhardt


Einleitung

In Deutschland kann man auf seinem eigenen Grund und Boden jagen - unter ein paar Voraussetzungen ! Neben einem Jagdschein braucht es wenigstens 75 Hektar Fläche, die eine Eigenjagd ergeben. Da es aber meist kleinere Parzellen gibt, finden sich die Grundeigentümer in einer Jagdgenossenschaft zusammen und verpachten das Jagdrecht.

In Krommert gibt es 3 solcher Jagdbezirke sowie die Eigenjagden Volks, Rülfing und Wülfing. Früher war die Jagd ein Privileg des Adels - heute sind die Pächter der Jagdreviere Krommert I - III Krommerter.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg gab es in Krommert einige auswärtige Jäger z.B. aus dem Ruhrgebiet. Namen wie "Pastor Claessen" und "Jakob Lieber" sind manchen noch geläufig, aber die Reviere sind längst auf einheimische Jäger übergegangen. Krommert I wird heute von Heiner Nienhaus, Rainer Overkämping und Josef Teklote an gepachtet. Krommert II von Wolfgang Knipping, Simon Nienhaus und Stefan Rölfing , Krommert III von Christoph Nobis und Klaus Terhardt.
Der Gedenkstein an der Homerstegge erinnert an den ersten Pächter Jakob Lieber, der ab 1936 nach Krommert kam und auch die Jagdhütte gebaut hat. Karl Terhart und Johannes Hilger haben gemeinsam mit Johann Beßbring über fast 50 Jahre Krommert III an gepachtet, bis es 2008 an Krommerter Pächter überging.
Die moderne Landwirtschaft hat die Landschaft in den letzten 50 Jahren stark geändert - ein 18m Mähwerk ist schneller als eine Sense!
Das hat sich auf die Tierwelt und die Jagd ausgewirkt. Bis in die 1960-er Jahre gab es viele Rebhühner, die von "Unkräutern" leben und auf der Fläche brüten. Heute kommen Rebhühner bei uns in Krommert kaum noch vor. Es gibt zu wenig sichere Nistplätze und Nahrung für die Feldhühner. Bei Tieren, die "in der Nahrungskette weiter oben stehen", darf der Jäger heute oft nicht mehr regulativ eingreifen.

Es gibt aber immer noch eine artenreiche Tierwelt, die vom Jäger geschützt und gehegt werden soll und noch Tierarten, die bejagt werden können. In Krommert werden insbesondere Rehe, Hasen, Kaninchen, Tauben, Füchse und Enten erlegt. Während in den 1960-er Jahren ein einzelnes Wildschwein noch eine Sensation war, können heute einzelne Wildschweine gefährlich werden und es kommen nun immer mal wieder Wildschweine in Krommert zur Strecke - die Schweinezüchter sind dankbar dafür.

Manche Förster sind zudem der Meinung, dass das Rehwild die natürliche Waldverjüngung durch Verbiss der Jungbäume behindert und fordern die Jäger auf, deutlich mehr Rehe zu schießen. Da ergibt sich die paradoxe Situation, dass die Jäger zum Jagen aufgefordert werden. Aber wer könnte den Wildbestand besser beurteilten als die Jäger selbst?
Beim Schutz der Wildtiere in Krommert kann übrigens jeder mitmachen:

  • Lasst Eure Hunde nicht im Wald frei laufen und achtet auf Eure Katzen
  • Reitet nicht mitten durch den Wald
  • Lasst Hecken stehen
  • Vor dem Mähen den Jäger informieren !

 

So wie in den Anfangszeiten die auswertigen Jäger für die Kinder  zu St. Martin den Martinszug organisierten, samt Tüte danach, so tun es jetzt die Jäger Krommerts aus freien Stücken. Deshalb gehören in Krommert die Jäger und der Hl. Martin zusammen.

Martinszug und die Krommerter Jägerschaft

Anfang der 1950er Jahre waren die Jagden in Krommert größtenteils an auswärtige Jäger aus dem Ruhrgebiet verpachtet. Dazu gehörten Pastor Claasen aus Duisburg, der Schokoladenfabrikant Lohmann, Schlockhoff, Eilmann und der Bauunternehmer Jacob Lieber.
Vor allem ist es Lohmann und Pastor Claasen zu verdanken, dass es in Krommert einen Martinszug gibt.
Lohmann mit seiner Schokoladenfabrik sorgte dafür, dass in den Anfangsjahren Ende Oktober 4 Kartons mit Schokolade an die Marienschule geliefert wurden. Einige Jahre später kamen die Martinstüten auf, auch die waren dank Lohmann gut gefüllt.

Pastor Claasen hielt die Ansprachen bzgl. St. Martin. Als Pastor Lachs seinen Dienst in Krechting antrat, übernahm er den kirchlichen Part der Ansprachen, den er bis zu seinem Abschied 1980, immer gerne erfüllte. Danach machten das die jeweiligen Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Pius Krechting, bzw. nach der Fusion der Pfarrgemeinden, ein Pfarrer/Pastor von St. Gudula Rhede.
Der Schwiegersohn von Jacob Lieber, Johannes Hilger, übernahm später die Rolle mit den Ansprachen für die Jäger. Bis zu seinem Tode 2007 war er Jagdanpächter in
Ächterkrommert und hielt bis dahin auch die Rede beim Martinszug.
Heute wechseln sich die einheimischen Jäger aus den einzelnen Jagdbezirken dabei ab.
In den ersten Jahren fand immer an der Krommerter Schule die Ansprache und anschließend das Tütenverteilen statt. Lehrer Seseke hielt die Kinder dazu an, ein Martinslied, aber vor allem ein Jägerlied vor der Ansprache zu singen. Es fand nur ein kleiner Umzug an der Schule statt.
Anfang bis Mitte der 60er Jahre stiegen die einheimischen Jäger in die Jagdpachtverträge ein. Bei jeder neuen Jagdverpachtung wird darauf hingewiesen, dass die Jäger verpflichtend den Martinszug organisieren und finanzieren sollen. Seitdem gibt es auch den Umzug mit St. Martin zu Pferd.
Zu den Martinsdarstellern gehörten zu Beginn Josef Wülfing, Bernhard Knipping, Klemens Wevering und später Christian Hilfert, Klemens Nachtigall, Anja Nachtigall und aktuell Frank Nachtigall.
Der Martinszug startete immer an der Schule. Der Weg hat sich im Laufe der Jahre des Öfteren verändert. Er führte auch früher schon mal über den Hof Niemarkt, einmal sogar über den heutigen Hof Gerhard Schluse. Ein paar Jahre verlief der Weg Richtung Reithalle, um nicht über die Hauptstraße bei Enck zu müssen. Aber das Singen und die Musik brachte zu viel Unruhe in die Pferdeställe. Von da an verlief der Weg des Martinszuges vom Parkplatz des Landgasthofs Enck über den Niemarktsweg, über den Hof Niemarkt und wieder zurück auf den Schulhof, wo die Ansprachen von einem Jäger und einem Vertreter der Kirche stattfinden, bevor die Jäger die Verteilung der Tüten übernehmen.
Die Martinstüten wurden, nachdem die Krommerter Jäger die Pacht übernahmen zunächst bei Stenert gepackt. Als Enck auch einen Dorfladen eröffnete, wechselten sich Stenert und Enck damit ab.
Gegen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre rentierten sich die Dorfläden nicht mehr und Enck und Stenert schlossen ihre Läden. Von da an übernahm Hermann van der Linde aus dem Renzelhook mit seiner Familie das Tütenpacken. Dieses Ehrenamt erfüllte er bis zum Jahre 2001.
Nach 2002 erfolgte eine Neuorganisation des Martinszuges Im Herbst 2003 wurden Gerhard und Maria Schluse seitens Johann Beßbring, Bernhard Nienhaus, Walter Rottstegge und Hermann Belting eingeladen, am Befüllen der Martinstüten bei Bernhard Nienhaus teilzunehmen.
Im Jahr zuvor hatte Bernhard Nienhaus sich allein darum gekümmert. Zweck der Einladung war, die Organisation des Krommerter Martinszuges neu zu regeln. Die Stadt Rhede wollte ihren jährlichen Zuschuss zum Martinszug, den sie bis 2002 in bar gezahlt hatte, nur noch auf ein Konto überweisen, um mehr Transparenz über ihre gezahlten Zuschüsse abzubilden.
Bei dem Treffen im Herbst 2003 wurde beschlossen, einen eigenen kleinen Vorstand aus der Jägerschaft für den Martinszug zu bestimmen. Ausgewählt wurden Bernhard Nienhaus und Gerhard Schluse aus dem Enckhook, Walter Rottstegge aus dem Renzelhook und Johann Beßbring aus Ächterkrommert.
Maria Schluse ernannten sie zur Kassiererin. Ein eigenes Konto für den Martinszug Krommert wurde eröffnet.
Alle Jagdanpächter leisteten eine Einlage von 5 Euro. Dazu gehörten Beßbring, Hilger, Enck, Nienhaus, Schluse, Rottstegge, Nachtigall und Belting.
Diese erste Einlage von insgesamt 40,00 € sollte nicht angetastet werden. Des Weiteren wurde beschlossen, die Tüten jeweils für 4 Jahre in den einzelnen
Ortsteilen zu befüllen, danach Wechsel in den nächsten Ortsteil. Beginn war 2002 und 2003 bei Bernhard u. Hugo Nienhaus, danach 2 Jahre bei Gerhard Schluse. Dann ging es weiter im Renzelhook.
Es wurde eine to do – Liste erstellt, an was alles gedacht werden muß beim Organisieren des Martinzuges. Auch die Einkaufsbelege werden gesammelt und als Einkaufshilfe fürs nächste Jahr weitergegeben. Kurz vor dem geplanten Martinszug treffen sich dann aus jeder Jagdgemeinschaft einige Jäger/innen und deren Partner/innen bei den organisierenden Jägern, um die Tüten zu befüllen.
Früher hatten die Krommerter immer den Martinszug auf dem St. Martinstag, außer der Tag fiel auf den Samstag, an dem Krechting den großen Martinszug veranstaltete,
oder einem Sonntag.
Heute bedarf es vieler Absprachen mit der Blaskapelle, dem Landgasthof Enck, der Polizei und dem Vertreter der Kirche. So findet jetzt der Martinszug Krommert fast jedes Jahr an einem anderen Tag statt. Musikalisch wird der Martinszug seit vielen Jahren von der Blaskapelle Rhedebrügge begleitet.
Durch den Tod von Johann Beßbring kam Franz Beßbring in den Vorstand und beim Tod von Walter Rottstegge war das Klemens Nachtigall. Mittlerweile haben Heiner
Nienhaus aus dem Renzelhook und Christoph Nobis aus Ächterkrommert das Amt übernommen.
Maria Schluse erstellt jeweils nach dem Martinszug einen Kassenbericht, den Gerhard Schluse beim Einsammeln der Umlage der Jäger verteilt. Er sucht jedes Jahr die Jäger auf, die eine Eigenjagd besitzen und bittet um Beteiligung. Diese freiwillige Beteiligung wurde immer bereitwillig von ihnen geleistet.
Seit 2023 kommt kein Geistlicher mehr zum Martinszug. Die Pfarrgemeinde schickt bei Anfrage einen Vertreter.
Neu ist auch seit 2023, dass die Jäger das Fackeltragen selbst übernehmen, da sich keine größeren Kinder mehr für das Amt finden lassen. In der Coronazeit ist der Martinszug 2020 einmalig ausgefallen. Danach fand er wieder regelmäßig statt. In den Jahren der Pandemie mussten allerhand Hygienemaßnahmen beachtet werden. Die Martinstüten wurden von den Jägern und deren Frauen mit Einweghandschuhen und Mundschutz befüllt.
Interessant ist auch die Entwicklung der Anzahl der gepackten Martinstüten. In den letzten 20 Jahren schwankte die Anzahl von 170 runter auf 120 und aktuell sind es 160 Stück. So spiegelt sich in diesen Zahlen auch die Geburtenrate wider. Heute laufen zumeist Kindergarten- und Grundschulkinder mit.
In neuerer Zeit sind auch die sogenannten wegezogenen Krommerter mit ihren Kindern herzlich zum Zug eingeladen.


Nachtrag
Die Erstellung des o.g. Berichtes ist zu suchen in den Fragen, die im Laufe der Jahre bezüglich des Martinszuges Krommert aufgetaucht sind. Wie lange gibt es ihn schon, wie sahen die Anfänge aus, wer war dafür verantwortlich usw., usw.
Ein weiterer Grund ist, die gesammelten Zeitzeugenberichte für spätere Generationen zu bewahren. Zunächst suchte ich in alten Unterlagen nach Informationen, wie in der alten Schulchronik und in den Aufzeichnungen der Krommerter Jäger ab der 60er Jahre, als sie in die Jagdverpachtungen eingestiegen sind.
Ich habe nichts Schriftliches darüber gefunden.
Darum begann ich ältere Mitbürger und Jäger von Krommert zu befragen. So ist dann nach und nach dieser Bericht entstanden. Bis zum Jahre 2003 beruhen die Daten rein auf Erinnerungen der Befragten. Somit ist nicht auszuschließen, dass etwas vergessen wurde oder dass sich Fehler eingeschlichen haben.
Ab 2003, mit Beginn der Neuorientierung, gibt es Aufzeichnungen in Form von Kassenberichten, Einkaufsbelegen und Aufzeichnungen der Abläufe des Martinszuges.

Oktober 2026
Maria Schluse

Martinslieder

Ich geh mit meiner Laterne

Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten, da leuchten wir.
Der Hahn, der kräht, die Katz miaut.
Rabimmel, rabammel, rabum.


beim Nachhausegehn
Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten, da leuchten wir.
Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus.
Rabimmel, rabammel, rabum.

Laterne, Laterne

Laterne, Laterne,
Sonne Mond und Sterne!
Brenne auf mein Licht,
brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.

Laterne,Laterne,
Sonne Mond und Sterne,
Sperrt ihn ein den Wind,
Sperrt ihn ein den Wind,
er soll warten, bis wir zu Hause sind,
Laterne,Laterne,
Sonne Mond und Sterne,

Laterne,Laterne,
Sonne Mond und Sterne,
bleibe hell mein Licht,
bleibe hell mein Licht,
denn sonst strahlt meine liebe Laterne nicht.
Laterne,Laterne,
Sonne Mond und Sterne,

Sankt Martin Sankt Martin, Sankt Martin,

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Roß das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Im Schnee saß, Im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein armer Mann,
hat Kleider nicht, hat Lumpen an.
O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zieht die Zügel an;
das Roß steht still beim armen Mann
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil
hinweg mit seinem Mantelteil.