Krommerter Vereine und Kreispolizei wollen Räume künftig nutzen/Künstlerehepaar Renkhoff zieht aus.


RHEDE (sh). Die alte Schule in Krommert bekommt neue Mieter: Die Vereine unter Federführung des Fördervereins Ortsmitte Krommert möchten künftig den westlichen Teil der alten Schule nutzen, der derzeit dem Künstlerehepaar Lore und Martin Renkhoff als Ausstellungs- und Atelierraum dient. In dem bislang als Wohnung genutzten gegenüberliegenden Teil will die Kreispolizeibehörde Borken ein Schulungszentrum einrichten.
Noch sind die Verträge zwar nicht unterschrieben, wie Ludger Tacke, Leiter der Städtischen Betriebe, gestern auf Anfrage sagte. Der Vertragsentwurf sei inzwischen nach Borken geschickt worden, erklärte Bürgermeister Lothar Mittag.
Er zeigt sich zufrieden mit der Lösung, die sich abzeichnet. Für die Stadt sei die Vermietung an die Polizei eine „interessante Geschichte“, und auch für die Vereine scheine dies eine „saubere Lösung“.
Ab wann die Vereine und die Polizei die alte Schule nutzen können, ist noch unklar. Wunschtermin der Polizei wäre der 1. Mai, sagte Karsten Woldering, der als Derzernatsleiter bei der Kreispolizei für die Aus- und Fortbildung zuständig ist. So schnell werden die Räume wohl nicht frei, vermutet Tacke. Er hält den 1. Juli für einen realistischen Termin, und diesen Termin bietet die Stadt auch als Mietbeginn an. Das Künstlerehepaar Renkhoff bereitet derzeit seinen Umzug nach Bad Honnef vor. Seit fast 25 Jahren leben und arbeiten die beiden in der alten Schule in Krommert, wo sie den „Kunstraum Alte Schule“ ins Leben gerufen haben.
Seitdem feststeht, dass die beiden Künstler Krommert verlassen wollen, melden die Krommerter Vereine ihr Interesse an den Räumen in der früheren Marienschule an. Ein lang gehegter Wunsch, denn die Krommerter klagen seit langem über fehlenden Platz für die Vereine. In einem Schreiben an Bürgermeister Lothar Mittag haben die Krommerter bereits vor Wochen aufgelistet, welche Gruppen und Vereine in die alte Schule wollen. Das reicht von den Schützenvereinen, die dort ihre Vorstandstreffen abhalten möchten, über die Landfrauen, die Platz für Kurse brauchen, und die Pius-Gemeinde, die einen Jugendraum benötigt, bis hin zu den Pfadfindern, denen Platz fehlt, und dem FOK-Arbeitskreis Chronik Krommert, der ein Domizil sucht.
Der Förderverein Ortsmitte Krommert kommt in seinem Brief an Mittag zu dem Ergebnis, dass die Krommerter drei bis vier Räume benötigen. Neben dem bereits von der Landjugend genutzten Raum sind das ein Raum für die Pfadfinder, einer für die Jugendarbeit sowie ein Versammlungsraum. Der FOK geht nach einem internen Gespräch mit Bürgermeister Mittag, Kämmerer Paul Regniet und Ludger Tacke von den Städtischen Betrieben davon aus, dass der bislang von Renkhoff genutzte westliche Teil der Schule für die Vereine reicht. Damit stünden den Krommertern zwei zusätzliche, etwa 60 Quadratmeter große Räume sowie ein 25 bis 30 Quadratmeter großer Flur zur Verfügung.
Über dieses Angebot will der FOK nun mit Vertretern der Krommerter Vereine sprechen. Natürlich wäre ein Raum mehr wünschenswert, sagt Georg Enck, zweiter Vorsitzender des FOK. Aber auf jeden Fall seien die Krommerter zufrieden mit der Entwicklung: „Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht.“
Den derzeitigen Wohntrakt der Renkhoffs möchte die Kreispolizeibehörde mieten und dort zwei Seminarräume einrichten. Die Polizei schaue sich schon eine Weile nach geeigneten Räumen für Seminare und Tagungen um, erklärte Dezernatsleiter Karsten Woltering auf Anfrage. „Wir haben auf alte Landschulen ein Augenmerk gelegt.“
Der Vorteil dabei: Dort gebe es oft Klassenräume, das komme der Polizei „von der Struktur her entgegen“. Die Aufteilung sei für Schulungszwecke optimal. Für die frühere Marienschule spreche zudem die Lage, erklärt Woltering, da im Schulungszentrum nicht nur theoretische Weiterbildung der Polizeibeamten aus dem Kreis geplant sei, sondern auch praktische Übungen. Es sei einfacher, auf einem Gelände wie in Krommert Eingriffstechniken oder Methoden der Festnahme zu üben als in einer Stadt. So etwas sorge dort gleich für Aufsehen, und möglicherweise müssten auch Straßen gesperrt werden. Dies falle an der alten Schule weg. Die Polizei möchte auch die Turnhalle mitnutzen. Dies, so Tacke, lasse sich mit der Nutzung durch die Vereine durchaus vereinbaren.

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