Förderverein fürchtet um die Zukunft des Ortsteils

BBV Bericht vom 14.01.2000 Ressort Rhede

RHEDE-KROMMERT (sh). Der Vortrag liegt schon ein paar Wochen zurück. Doch vergessen ist er nicht. Bei einer Vorstandssitzung des Fördervereins Ortsmitte Krommert (FOK) war die mögliche Außenbereichssatzung jetzt Thema, über die der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt Mitte Dezember diskutiert hatte. Keine Chance räumte der Gutachter dabei einer Außenbereichssatzung für Büngern und Krommert ein. Das wollen die Krommerter so nicht hinnehmen und melden sich deshalb in einer Stellungnahme zu Wort.

Durch den Wegzug der jungen Leute ”blutet Krommert aus” fürchtet der FOK-Vorsitzende Franz-Josef Schluse. Der Ortsteil hatte vor Jahren noch 1000 Einwohner, inzwischen sei die Zahl auf knapp über 600 geschrumpft, erinnert Schluse. Junge Leute hätten keine Möglichkeit zu bauen, klagt auch Vorstandsmitglied Claudia Rottstegge.

Der Förderverein bleibt bei seiner Forderung nach einer Siedlungserweiterung und unterstützt eine entsprechende Stellungnahme von CDU und UWG. Beide Fraktionen setzen sich für eine Außenbereichssatzung ein. Die Bewertung von Gutachter Dieter L. Schwarzhans vom Westfälischen Amt für Landes- und Baupflege wollen die Krommerter nicht einfach hinnehmen. Der Gutachter habe in seiner Beurteilung nicht berücksichtigt, dass in Krommert bereits die nötige Infrastruktur vorhanden sei, sagt Schluse und verweist auf Strom- und Wasserleitungen sowie Abwasser- und Druckrohrleitung.

In einem Umkreis von 100 Metern ständen bereits 14 Wohngebäude mit 55 Bewohnern, zudem seien im Umkreis von 300 Metern 19 Wohnungen vorhanden, listet Schluse auf. Der Förderverein stellt heraus, dass die zehn Häuser der jetzigen Siedlung sowie die gegenüberliegende Baulücke die Grundlage für eine Außenbereichssatzung bilden könnten. ”Dieser Bereich repräsentiert eine Wohnbebauung von einigem Gewicht, wie es in der Fachsprache heißt”, argumentiert der FOK. Der Gutachter sieht das anders. Er hatte erklärt, im Krommert gebe es keine Möglichkeit zur so genannten ”Innenentwicklung”.

”Wir reden von vielleicht zehn Häusern”, die auch nicht alle auf einen Schlag kommen sollen, erklärt Georg Enk, Pressewart des Fördervereins. Von einer Zersiedelung der Landschaft wie sie der Gesetzgeber verhindern wolle, könne in Krommert keine Rede sein. Der Vorstand des FOK fordert jetzt: ”Das Neubaukonzept, wie es in Vardingholt-Kirche von allen politischen Parteien befürwortet wurde, muss auch für Krommert realisiert werden.” Die Krommerter hoffen nun auf den Ortstermin mit der Bezirksregierung, der jüngst im Ausschuss vereinbart wurde.

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