Rhedes Politiker diskutieren über Geld, Grundsätze und neue Fenster

BBV Bericht 19.02.2011 von Sabine Hecker

Rhede. Der Schreck für den Förderverein Ortsmitte Krommert (FOK) war groß. Von 2007 bis 2009 verdoppelten sich die Energiekosten für die Vereinsräume in der Alten Krommerter Schule: Aus 1270 Euro wurden 2435 Euro. Da die Heizperiode vergangenes Jahr extrem lang war, haben die Krommerter für die aktuelle Abrechnung die „schlimmsten Befürchtungen“, wie sie in einem Antrag an die Stadt schreiben.

Damit sie die Kosten auch künftig noch tragen können, wollen die Mitglieder des Fördervereins die einfach verglasten Fenster erneuern. Das Problem dabei: Die neuen Fenster sollen (aus Kostengründen) aus Kunststoff sein. Die Stadt allerdings hat sich selbst verpflichtet, umweltfreundliche Baustoffe einzusetzen. Und dazu zählen nun einmal keine Kunststofffenster. Um Vereinen wie dem FOK zu helfen, will die CDU auch „sinnvolle Ausnahmen“ zulassen, wie es Fraktionssprecher Henrik Epping formulierte.

Das sorgte im Haupt- und Finanzausschuss für eine längere Diskussion. „Was sind Ausnahmefälle?“, wollte Grünen-Sprecher Dr. Jörg Vogelsang wissen. Solle das bedeuten, „dass wir für Geld unsere Grundsätze fallen lassen?“ Da müsse man doch „Regeln festzurren“.

Epping wollte daraufhin wissen, was ökologisch sinnvoller sei: „Kunststofffenster einbauen und Öl sparen, oder Holzfenster nicht einbauen? Man müsse doch auch berücksichtigen, um was für ein Gebäude es sich handele, sagte Peter Bölting (CDU). Ob um eines, das dauerhaft erhalten werde solle oder eines, das durch eine Gemeinschaft „zu einem günstigen Kurs in Betrieb“ gehalten werde.

Nach einem kurzen Vortrag von Matthias Heckens von der Verwaltung über Herstellung, Inhaltsstoffe und Gefahren von PVC, beispielsweise bei einem Brand, wunderte sich Norbert Wanning (SPD), „dass hier so bürokratisch geantwortet wird“. Bei der Energie, die „da verpulvert“ werde, „können wir den Zustand doch nicht so lassen“, sagt Wanning. „Das war nur eine Sachinformation“, wandte der Beigeordnete Hubert Wewering ein und Fachbereichsleiter Hermann-Josef Schmeing versicherte: „Wir wollen da pragmatisch rangehen.“ Er räumte ein, dass bei einem Gebäude wie der Alten Schule „die Nutzungsfrequenz“ deutlich niedriger sei als beispielsweise bei einer Schule. Der Ausschuss einigte sich schließlich darauf, das Leistungsziel der Stadt zu ändern, so dass „in der Regel“ umweltfreundliche Baustoffe eingesetzt werden. Die Verwaltung wird den Krommertern aus Instandhaltungsmitteln die 2000 bis 3000 Euro für Material wie Dachbodendämmung geben. Außerdem will Kämmerer Paul Regniet die 5000 Euro für die acht neuen Kunststofffenster aus der Rückstellung finanzieren. Die Arbeiten übernehmen die Mitglieder des FOK.

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