Gründungsgeschichte des Fördervereines Ortmitte Krommert 1995 e.V.

In den fünfziger Jahren entwickelte sich das Fußballspielen hier auf dem Lande zu einer beliebten Sportart. Im Jahre 1957 gründeten sich die ersten 2 Hobbymannschaften in Büngern. Die Krechtinger zogen in 1958 mit der Gründung einer Hobbymannschaft nach. Diese Mannschaft rekrutierte sich neben Krechtingern auch aus Altrheder Spielern (aus dem Pottgurden) und Krommertern. Das Vereinslokal war die Gastwirtschaft Bischop in Krechting. Der Zulauf wuchs stetig und schließlich kamen Anregungen, einen gemeinsamen Sportverein, der sich aus den Büngernern, Krommertern und Krechtingern bilden sollte, zu gründen. Im Jahre 1959 gründete sich der Verein DJK Krechting. Das Spielfeld war der heutige Schulhof der Krechtinger Schule, genannt der "Krechtinger Barg". Durch die beabsichtigte Vereinsgründung benötigte man einen größeren Platz. Der alte Platz konnte durch den geplanten Neubau der Pius-Schule nicht vergrößert werden. Daraufhin bot die Familie Elbers ein Wiesenstück, im "Brügger Busch" , in Krommert an, das in einer außerordentlichen Sitzung des Vereins als zukünftiger Fußballplatz angenommen wurde.Der Platz ist mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Rhede und mit großem Einsatz vieler Freiwilliger gebaut worden. Das Eröffnungsspiel gewann der DJK Rhede mit 2 : 1.

Im Jahre 1960 zählte man im DJK Krechting bereits 3 Seniorenmannschaften, 1 Altherren-Mannschaft und 2 Jugendmannschaften. 1961 kamen die ersten Schülermannschaften hinzu. Einige Jahre später errichtete man eine Flutlichtanlage, übrigens die erste in Rhede überhaupt.

Das Fußballinteresse wuchs kontinuierlich und man zählte bald 16 Mannschaften. Zwangsläufig erwies sich dadurch ein Spielfeld als zu wenig. Es wurde nach einem weiteren Gelände gesucht und schließlich bot Bernhard Ketteler aus Krechting ein Ackerstück gegenüber der Pius-Schule an. Ein "begrenzter" Zuschuß der Stadt machte wieder einen intensiven Freiwilligen-Einsatz zum Bau des neuen Platzes notwendig.

Der "Elbers"-Platz wurde im Laufe der Jahre immer weniger genutzt. Zuletzt nutzte ihn die Landjugend sowie einige Hobbymannschaften. Vor ca. 10 Jahren wurde er aufgelöst. Die KLJB Krommert-Büngern hat mit Nachdruck über die Stadtverordneten die Notwendigkeit eines Sportplatzes vorgetragen.

Im Rahmen der anstehenden Flurbereinigungsmaßnahmen erhielt man schließlich die Zusage, eine Fläche auszuweisen. Am 1. November 1994 hat die Flurbereinigung der Stadt einen Standort zugeteilt, die an eine städtische Fläche östlich der alten Schule in Krommert angrenzt. Die alte und die neue Fläche wurden jedoch durch eine altgewachsene Hecke getrennt, die sich nun als schier unüberwindliches Hindernis zur Errichtung eines Mehrzweckplatzes darstellte. Denn die Verwaltung stufte diese Weißdornhecke, im Gegensatz zur Flurbereinigungsbehörde, als erhaltenswertes Biotop ein und bot ein aus der Sicht der Krommerter Bürger viel zu kleines 40 mal 60 Meter großes Spielfeld an. Die ursprüngliche Forderung nach einem 70 x 110 m großen Areal schien unerreichbar.

Die Krommerter haben sich daraufhin bereiterklärt, diese Hecke zu versetzen und auf das Drei- bis Vierfache zu verlängern. Die Mehrheit des Rates und der Verwaltung lehnten jedoch diesen Vorschlag ab. Daraufhin riefen die Initiatoren aus Krommert eine Unterschriftenaktion ins Leben. Einige Ratsmitglieder sahen es in einer Bauausschußsitzung des Rheder Rates als Erpressung an, wenn die Krommerter die Organisation und Pflege des Mehrzweckplatzes ablehnten, sollte die Verwaltung von ihrer Entscheidung nicht abrücken.

Schließlich wurde ein Antrag zum Bau eines 60 mal 90 Meter großen Platzes eingebracht mit der Maßgabe, die Hecke zu versetzen. Der Umweltwert blieb ein Streitpunkt. Laut Analyse des hiesigen Landschaftswartes leben zahlreiche Arten von Insekten und Vögeln in dem Biotop, die es zu schützen gilt.

Unterschiedliche Ansichten und Meinungen prallten aufeinander. "Für Hobbymannschaften sei es doch sicherlich ausreichend, auf einem Platz von 40 mal 60 Metern zu spielen" äußerten sich Stadtverordnete. In Zeitungsartikeln wurde gefragt:"...was steckt schon hinter dem Namen "FC-Warsteiner" oder der "Fußballmannschaft Schützenverein Renzelhook"? Ein Vertreter des Rates telefonierte sogar mit dem Deutschen Fußballbund, um Spielfeldgrößen zu erfragen. Danach würde die geplante Feldgröße in Krommert die einer D-Jugend entsprechen. Freundschaftsspiele mit benachbarten Mannschaften könnten danach "vergessen" werden. Aus den kontroversen Diskussionen, die von etlichen Stellungnahmen und Berichten im Bocholter-Borkener Volksblatt begleitet wurden, klang auch heraus, daß die Gefahr einer Vereins-Neugründung bestehen könnte, in Konkurrenz zu den Fußballvereinen in Rhede und Krechting. Wer aber die Bevölkerungsdichte Krommerts kennt, ist sich darüber im klaren, daß diese Befürchtung völlig unbegründet ist. Denn eine derart große Zahl Jugendlicher gibt es hier nicht, um A- bis F-Fußballmannschaften ins Leben zu rufen.

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Ende Januar 1995 hatten die Krommerter 730 Unterschriften für den Bau eines 60 mal 90 Meter großen Spielfeldes gesammelt Die Unterschriftslisten wurden im Rheder Rathaus dem Bürgermeister überreicht.

Die UWG plädierte in einer darauffolgenden Presseerklärung für die Versetzung der Hecke. Die Landjugend betonte in einem Zeitungsbericht, daß man immerzu über ein Fußballfeld diskutierte und daß die eigentliche Benennung "Mehrzweckplatz" ins Hintertreffen geraten sei. Sie wies zurecht darauf hin, daß sie als eine der am Platz beteiligten Gruppen neben Fußball- auch Völkerball- und Spiel-ohne-Grenzen-Turniere bestreiten wolle und das selbstverständlich zusammen mit überregionalen KLJB-Gruppen. Desweiteren wünschte sich der TTV (Tischtennisverein) Krommert, auf einem heimischen Sportplatz Konditionstraining zu absolvieren. Die Fronten blieben verhärtet und es schien eine kurzfristige einvernehmliche Lösung des Problems nicht in Sicht.

Die Gründung eines "großen" Mehrzweckplatzes könnte in weite Ferne gerückt sein, wenn nicht die Familie Rümping gewesen wäre. Denn sie hat sich in dankenswerterweise bereit erklärt, ein angrenzendes Wiesenstück der Flurbereinigung zur Verfügung zu stellen. Die gewünschte Platzgröße von 60 mal 90 Metern unter der Berücksichtigung des Verbleibs der Hecke konnte nun realisiert werden.

Die Stadt Rhede gab kurz darauf grünes Licht für den Bau des Mehrzweckplatzes und der Gründung des Fördervereins e.V. stand nun nichts mehr im Wege. Die Trägerschaft bis zur Gründung des Fördervereins übernahmen die drei Schützenvereine Krommerts, die KLJB Krommert-Büngern sowie der Reiterverein Rhede e.V. Das hierzu gebildete Organisationskommittée unter der Leitung von Georg Enck hatte die Aufgabe, die Vorbereitungen zur Vereinsgründung zu organisieren. Mit der fachlichen Unterstützung von Rechtsanwalt Hermann Starting wurde ein Satzungsentwurf erarbeitet und die notwendigen behördlichen Beantragungen gestellt.

Im Mai 1995 wurde von der Stadt Rhede ein erster Kostenvoranschlag unterbreitet. Die Herstellkosten wurden mit DM 125.000 veranschlagt, wobei die Eigenleistungen unberücksichtigt blieben. Ein einmaliger Zuschuß der Stadt in Höhe von DM 30.000 bedeutete doch eine erhebliche Finanzierungslücke. Es wurden nun Kostenanalysen der Krommerter Delegierten aufgestellt. Vorrangiges Ziel war es, die Bereitschaft der "Einheimischen" zu ergründen, durch freiwilligen Arbeitseinsatz, Maschinenhilfe (Traktoren...) und auch Geldspenden die finanzielle Belastung zu minimieren. Bereits nach kurzer Zeit stand fest: der Zuspruch fiel auf breiter Ebene äußerst positiv aus. Nach erneuter Kalkulation wurden die voraussichtlichen Kosten auf DM 68.000 veranschlagt.

Die Gründungsversammlung des Fördervereins fand am 13. Juli 1995 statt. Mit der unerwartet hohen Zahl von 112 Mitgliedern konstituierte sich der Förderverein Ortsmitte Krommert, der sich mit der einmütig verabschiedeten Satzung die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde, die Förderung kultureller und sportlicher Zwecke zum Ziel gesetzt hat. Die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Bocholt erfolgte am 2. Oktober 1995. Am 4. Oktober 1995 traf die mit Ungeduld erwartete Baugenehmigung ein und es wurde unverzüglich mit den Bauarbeiten begonnen: Fräsen der Wiese, Abschieben und Planieren der Fläche, Verlegung der Drainage und, mit großer Erleichterung aller Beteiligten, konnte noch im Herbst der Spezialrasen eingesät werden.

Da die Stadt Eigentümerin dieser Platzanlage bleibt, wurde zur Gewährleistung einer reibungslosen Nutzung zwischen der Stadt Rhede und dem Förderverein Ortsmitte Krommert e.V. eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen. In dieser Vereinbarung sind u.a. die Bestimmungen zur eigenverantwortlichen Nutzung gemäß der Satzung festgeschrieben, die Pflichten und die Pflege und Unterhaltung sowie versicherungstechnische Belange definiert.

Am 8. Februar 1996 fand die erste Jahreshauptversammlung des F.O.K. statt. Der 1. Vorsitzende Franz-Josef Schluse hat die Entwicklung des letzten Jahres Revue passieren lassen und gab auch einen Ausblick auf das folgende Jahr, das im Zeichen der Fortführung der Baumaßnahmen stand. Bis zum 23. Juni 1996, dem Eröffnungstag, galt es noch "mächtig" anzupacken... und dies ist ja, wie jeder feststellen kann, erfolgreich geschehen. Bemerkenswert ist noch die Tatsache, daß auf dieser Hauptversammlung das bereits 500. Mitglied gemeldet werden konnte. Die aktuellen Zahlen und Daten des F.O.K. sind auf den weiteren Seiten dieser Festzeitschrift beschrieben.

Den Verantwortlichen des F.O.K. ist es ein dringlicher Wunsch, das Begonnene erfolgreich fortzusetzen; nämlich, daß sich der Satzungszweck weitestgehend erfüllen möge: den Gemeinschaftssinn zu fördern durch sportliche Aktivitäten, gesellige Treffen (Spielenachmittage, Picknick) und vieles andere mehr. In dem von der Landjugend erbauten, attraktiven Pavillon könnte sich sicherlich manch gemütliche "Proat" entwickeln.

Denn dies sei hier nochmals hervorgehoben:

Der Mehrzweckplatz ist für Alle da.